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IZKF Projekt N-221

Projekttitel:

Epigenetische Determinanten von Resilienz – die Bedeutung von positiven Umwelteinflüssen

Projektleiter:

Prof. Dr. Andreas Reif (seit 15.08.2014 nicht mehr am Klinikum)

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Prof. Dr. Thomas Haaf

Institut für Humangenetik

Laufzeit:

01.07.2012 - 31.07.2015

Abstract:

Retrospektive Untersuchungen beim Menschen als auch experimentelle Befunde bei Nagetieren konnten zeigen, dass pränataler Stress ein Risikofaktor für spätere psychische Erkrankungen bzw. Verhaltensänderungen ist. Dies wird möglicherweise über die HPA-Achse und das serotonerge System vermittelt, wobei auch epigenetische Reprogrammierung eine Rolle spielen könnte. Über die Auswirkungen positiver Umweltbedingungen während der Schwangerschaft auf die Nachkommenschaft ist jedoch bislang noch nichts bekannt, obgleich dies durchaus insbesondere eine Auswirkung auf die Resilienz gegenüber späteren Stressoren haben könnte. Um dieser Frage nachzugehen, werden in diesem Projekt schwangere Maus-Muttertiere entweder unter Standardbedingungen oder unter positiven Umweltbedingungen gehalten und die Nachkommenschaft dann in drei Gruppen randomisiert (postnataler Stress, Kontrollen, postnatal positives Environment). Im frühadulten Alter werden dann zum einen die Verhaltens-konsequenzen dieser Interventionen untersucht, als auch die zugrunde liegenden neurobiologischen Mechanismen. Hierzu werden quantitative Veränderungen serotonerger Zellen als auch neugebildeter hippocampaler Neurone bestimmt, mögliche adaptive Änderungen der HPA-Achse gemessen, und in einem hypothesenfreien (DNA-Methylierungs-Microarrays) als auch hypothesen-getragenen (Bisulfit-Pyrosequenzierung) Ansatz Unterschiede im Methylierungsprofil dargestellt, die dann auch auf Gen-Expressionsebene validiert werden. Durch die parallele Bestimmung neurobiologischer Parameter als auch des korrelierenden Verhaltens erwarten wir aussagekräftige Daten zur Auswirkung positiver Umweltbedingungen während der Schwangerschaft auf späteres Verhalten. Dies hat weitreichende Implikationen für die Pathogenese psychischer Störungen, bzw. deren Prävention durch Förderung von Resilienzfaktoren.