Deutsch
English
Русский
Logo IZKF

IZKF Projekt N-100

Projekttitel:

Welchen Einfluß haben bilaterale Ertaubung und elektrische Stimulation auf die neuronale Verarbeitung von interauralen Zeitdifferenzen im zentralen auditorischen System – gibt es elektrophysiologische und strukturelle Korrelate?

Projektleiter:

Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Hagen

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen

Prof. Dr. med. Manfred Heckmann

Lehrstuhl für Physiologie / Neurophysiologie

Dr. Maike Vollmer

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke

Laufzeit:

01.01.2010 – 11.08.2012

Abstract:

Unterschiede in der Ankunftszeit von Schall an beiden Ohren (interaurale Zeitdifferenzen, ITDs) sind Voraussetzung für die akkurate Lokalisation von niedrigfrequenten Schallquellen. Klinische Studien haben gezeigt, dass die meisten beidseits ertaubten Cochlea Implantat (CI)-Träger eine deutlich geringere ITD-Auflösung und damit ein schlechteres Schalllokalisationsvermögen als Normalhörende haben. Zudem ist das Sprachverständnis im Störschall deutlich erniedrigt. Um dieses Defizit besser zu verstehen, sollen in einem Tiermodell für bilaterale Ertaubung und Cochlea Implantation die Auswirkungen von Ertaubung und chronisch-elektrischer Stimulation der Cochlea auf die neuronale ITD-Verarbeitung im sich entwickelnden und adulten auditorischen System untersucht werden. Ziel des Projektes ist es, durch die Korrelation der immunhistochemischen Analyse von Neurotransmitter- und Rezeptor-Expressionen (besonders Glyzin) und der elektrophysiologischen Charakterisierung auditorischer Neurone die Mechanismen, die nach Ertaubung zur Beeinträchtigung der ITD-Verarbeitung führen, besser zu verstehen. Ferner soll untersucht werden, inwieweit (ein- oder beidseitige) elektrische Stimulation der Cochlea ertaubungsbedingte Veränderungen in der ITD-Kodierung positiv beeinflussen kann. Wir konzentrieren uns dabei auf Neurone im auditorischen Hirnstamm (medialer Nucleus des Trapezkörpers, MNTB; mittlere obere Olive, MSO; dorsaler Nucleus des lateralen Lemniscus, DNLL) des mongolischen Gerbils (Meriones unguiculatus). Korrelationen der strukturellen und funktionellen Veränderungen auf neuronaler Ebene sollen zur Hypothesenbildung für ein entwicklungsabhängiges, pathophysiologisches Prinzip der beinträchtigten ITD-Auflösung bei ertaubten CI-Trägern beitragen. Im Projekt soll ein besonderer Wert auf die Vernetzung der unterschiedlichen Arbeitsgruppen als Basis für weitere interdisziplinäre Kooperationen gelegt werden (u.a. Kombination der zellulären Neurophysiologie mit hochauflösenden immunhistochemischen Methoden).