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IZKF Projekt F-124

Projekttitel:

Entwicklung eines metabolisch stabilisierten Radiotracers für die Diagnostik adrenokortikaler Tumoren und die Therapie des metastasierten Nebennierenkarzinoms

Projektleiter:

Dr. Stefanie Hahner

Medizinische Klinik und Poliklinik I

Dr. Andreas Schirbel

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

 

Laufzeit:

01.01.2010 – 31.12.2012

Abstract:

Für die oft schwierige Differentialdiagnostik von Nebennierentumoren entwickelten wir in den letzten Jahren mit [123I]Iodmetomidat den ersten SPECT-Tracer, der an zwei ausschließlich in der Nebennierenrinde exprimierte Enzyme bindet. Wir konnten den Tracer an über 80 Patienten evaluieren und zeigen, dass er mit sehr hoher Spezifität und Sensitivität an adrenokortikales Gewebe bindet. Mehrere der untersuchten Patienten waren an einem Nebennierenrinden-Karzinom erkrankt. Einige dieser Patienten behandelten wir mit dem analogen [131I]Iodmetomidat und konnten in ersten Heilversuchen therapeutische Strahlendosen in den Tumoren erzielen. In drei Fällen gelang durch die Radionuklidbehandlung eine signifikante Regredienz der metastatischen Läsionen.
Die rasche Metabolisierung von [123/131I]Iodmetomidat durch Esterasen reduziert jedoch die biologische Verfügbarkeit des Tracers und dadurch die Qualität der Bildgebung; aber auch die Verweildauer des Tracers im Tumorgewebe wird bei der Therapie reduziert. Daher streben wir den Einsatz metabolisch stabilerer Derivate von Iodmetomidat an. Dies soll durch den Ersatz des metabolisch labilen Methylesters von Iodmetomidat durch stabilere Ester bzw. Bioisostere erfolgen. 37 dieser Verbindungen wurden in Vorarbeiten bereits synthetisiert und in vitro charakterisiert. 15 dieser Derivate zeigen eine sehr hohe Affinität zu den beiden CYP11B-Enzymen; weitere Substanzen werden derzeit synthetisiert. Die entsprechenden radioaktiven Substanzen sollen zunächst in vitro in humanem Blut auf ihre metabolische Stabilität untersucht und anschließend in Tierexperimenten evaluiert werden. Hierbei sind zunächst orientierende ex-vivo-Untersuchungen und anschließend eine Bildgebung am Kleintier-SPECT geplant.