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IZKF-Projekt E-36

Projekttitel:

Genetische Grundlagen einer neuen monogenen Hypertonieform

Projektleiter:

Dr. Berger

Medizinische Klinik I

Laufzeit:

01.01.2007 - 31.12.2009

Abstract:

Die arterielle Hypertonie ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, die die führende Mortalitätsursache in den westlichen Industrienationen darstellen. Obwohl die überwiegende Anzahl der Patienten an einer polygenen (komplexen) Hypertonieform leidet, sind auch mehrere monogene Hypertonieformen bekannt. Diese monogenen Hypertonieformen tragen zum pathophysiologischen Verständnis der Hypertonie bei. Polymorphismen in den für die monogenen Hypertonieformen ursächlichen Genen können mitverantwortlich für die Entstehung der genetisch komplexen Hypertonieformen sein. In der Nephrologischen Ambulanz der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universitätsklinik Würzburg wird vom Antragsteller der Indexpatient einer überaus großen afrikanischen Familie (Stammbaum Abb.1 im Anhang) mit schwerer arterieller, vermutlich monogener Hypertonie (RR > 180/100 mm Hg) seit mehreren Jahren betreut. In eigenen Vorarbeiten konnte Dr. Berger 35 Mitglieder dieser aus Guinea stammenden Familie rekrutieren und phänotypisieren (Sachförderung durch das IZKF Würzburg). Einige Familienmitglieder leiden auch an Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und hypertensiven Endorganschäden. Durch eine genomweite Linkageanalyse mit dem 10k SNP Chip (Affymetrix) konnten zwei Kandidatenloci auf den Chromosomen 8 und 14 identifiziert werden (Abb. 2 im Anhang). Diese Loci sind an keiner bislang bekannten monogenen oder komplexen Hypertonieform beteiligt. Die afrikanische Familie bietet die realistische Chance auf die Identifizierung eines bislang unbekannten Hypertonie-Gens. Dieses Gen kann zum tieferen Verständnis der „Volkskrankheit“ arterielle Hypertonie beitragen und möglicherweise neue Ansätze für die Therapie dieser Erkrankung bieten. Zudem besteht die Chance, in dieser Familie auch bislang unbekannte Gene für Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie zu identifizieren.