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IZKF Projekt E-179

Projekttitel:

Einfluss von Alter und Komorbidität auf die Sicherheit und Wirksamkeit neuer Antithrombotika beim ischämischen Schlaganfall

Projektleiter:

Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz

Neurologische Klinik und Poliklinik

Prof. Dr. Alma Zernecke

Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) / DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin

Laufzeit:

01.02.2012 - 28.02.2015

Abstract:

Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit, seine Behandlungsmöglichkeiten jedoch stark limitiert. Ein Hauptgrund weshalb die Überführung neuer Therapiestrategien aus der präklinischen Entwicklung in die klinische Anwendung (Translation) bisher gescheitert ist, besteht darin, dass regelmäßig junge und gesunde Tiere in den jeweiligen Schlaganfallmodellen verwendet werden. Dies spiegelt die Situation bei Menschen mit zerebraler Ischämie (meist alt und multimorbid) jedoch nicht adäquat wider. Die Gruppe Kleinschnitz hat in den letzten Jahren innovative antithrombotische Therapieansätze beim experimentellen Schlaganfall entwickelt. Sie konnte z. B. zeigen, dass die pharmakologische Blockade der frühen Blutplättchenadhäsion Mäuse vor pathologischer Thrombusbildung und zerebraler Ischämie schützt, ohne dabei das Blutungsrisiko zu erhöhen (Kleinschnitz et al., J Exp Med 2006; Circulation 2007; Hagedorn et al., Circulation 2010). Diese Ergebnisse sollen nun an alten und komorbiden Tieren validiert und mögliche Unterschiede in der Ausprägung von Schlaganfällen mechanistisch weiterführend untersucht werden. Dazu erfolgt die Kooperation mit der Gruppe Zernecke. Deren Schwerpunkt besteht in der Aufklärung molekularer Mechanismen der Atheroskleroseentstehung (Zernecke et al., Sci Signal 2009), einem Hauptrisikofaktor des ischämischen Schlaganfalls. Dabei stehen ebenfalls Rezeptoren die auf Thrombozyten exprimiert werden im Mittelpunkt der Untersuchungen. So konnte z.B. gezeigt werden, dass bestimmte Plättchenrezeptoren zur Pathogenese der Atherosklerose beitragen (Lievens et al., Blood 2010). Zudem kann auf weitere Schlaganfall-relevante Tiermodelle, etwa zu den Risikofaktoren Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie, zugegriffen werden. Indem wir unserer spezifischen Expertisen, Schlaganfallforschung und Forschung zu Schlaganfallrisikofaktoren, im Rahmen dieses Projektes zusammenführen, glauben wir, die o.g. Therapieprinzipien unter „patientennahen“ Bedingungen überprüfen und so grundlegende mechanistische Unterschiede in der Schlaganfallpathogenese zwischen gesunden und kranken Tieren aufklären zu können. Dadurch werden die Erfolgsaussichten einer Translation in die klinische Anwendung gesteigert.