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IZKF Projekt B-192

Projekttitel:

Chlamydia trachomatis als möglicher Risikofaktor für das endometrioide Ovarialkarzinom – zellbiologische Parallelen und offene epidemiologische Fragen

Projektleiter:

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Rudel

Lehrstuhl für Mikrobiologie

Prof. Dr. rer. nat. Jörg Wischhusen

Frauenklinik und Poliklinik

Laufzeit:

01.03.2012 - 31.08.2015

Abstract:

Die Hypothesen zur Pathogenese des Ovarialkarzinoms sind im Wandel begriffen. So spricht vieles dafür, dass die Ursprungszellen dieser überaus tödlichen Karzinome nicht etwa im weitgehend sterilen Ovar, sondern im Epithel des sehr viel infektionsanfälligeren Eileiters zu finden sind. Im Tiermodell führt die konstitutive Aktivierung von KRAS in dem entsprechenden Gewebe zur Endometriose sowie (bei zusätzlichem Verlust von PTEN) zur Entstehung eines Ovarialkarzinomas vom endometrioiden Subtyp. Interessanterweise werden analog veränderte Signalwege in epithelialen Zellen nach einer Infektion mit Chlamydien beobachtet. Darüber hinaus wiesen in einer Studie überproportional viele Ovarialkarzinompatientinnen Antikörper gegen Chlamydien auf. Daher stellt sich die Frage, inwiefern die (im weiblichen Reproduktionstrakt häufige und als Ursache ungewollter Kinderlosigkeit höchst relevante) Infektion mit Chlamydien auch zur Entstehung eines Ovarialkarzinoms beitragen kann. Bisher publizierte epidemiologische Korrelationsstudien sind widersprüchlich und auf Patientinnen mit serösen Ovarialkarzinomen begrenzt (sofern überhaupt eine Unterscheidung zwischen den molekulargenetisch höchst unterschiedlichen Subtypen des Ovarialkarzinoms vorgenommen wurde). Daher soll die Fragestellung in dem beantragten Projekt erstmals für Ovarialkarzinome vom endometrioiden Subtyp beantwortet werden, bei denen die Übereinstimmung mit den im Infektionsgeschehen ebenfalls deregulierten Signaltransduktionswegen bei mit Abstand am größten ist. Hierzu sollen zum einen Proben von Patientinnen mit endometrioiden Ovarialkarzinomen im Hinblick auf eine Chlamydieninfektion untersucht werden. Zum anderen sollen gemeinsame Signalwege, aber auch Unterschiede zwischen Infektion und maligner Transformation auf molekularer Ebene aufgeschlüsselt werden. Geeignete in vitro und in vivo Transformationsmodelle stehen zur Verfügung. Insbesondere soll in einem bereits etablierten Mausmodell untersucht werden, inwiefern die Ausschaltung/Inaktivierung von PTEN in Kombination mit der konstitutiven Aktivierung von KRAS nicht nur nach induzierbarer genetischer Manipulation, sondern auch nach einer Infektion mit Chlamydien zur Tumorentstehung führen kann. Hierdurch könnte das Forschungsvorhaben die seit langem offene Frage, inwiefern eine Infektion mit Chlamydien einen epithelialen Tumor induzieren kann, in Bezug auf das endometrioide Ovarialkarzinom beantworten sowie zu einem besseren Verständnis analoger Signalwege bei Tumoren und Infektionen beitragen.