Deutsch
English
Русский
Logo IZKF

IZKF-Projekt A-59

Projekttitel:

Charakterisierung der adaptiven Immunantwort bei der Rasmussen Enzephalitis - Bedeutung von zytotoxischen T-Zellen

Projektleiter:

Prof. Dr. Heinz Wiendl

Neurologische Klinik

Laufzeit:

01.01.2009 - 31.12.2010

Abstract:

Die Rasmussen Enzephalitis (RE) ist eine seltene, meist in der Kindheit auftretende, entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch Inflammation, progrediente Hemisphärenatrophie, schwere therapieresistente fokale Epilepsie und progrediente neurologische Ausfälle gekennzeichnet ist. Nach einer gegenwärtigen pathogenetischen Hypothese könnte eine fokussierte Immunantwort zytotoxischer CD8+ TZellen
gegen bestimmte, bislang unbekannte neuronale Antigene ursächlich beteiligt sein. Grundlage dieser Hypothesen ist die histopathologisch gesicherte Akkumulation von CD8+
T-Zellen, die sich teilweise in direkter Apposition zu Neuronen finden. Die RE gilt deshalb als Paradigma einer CD8-T-Zell-vermittelten anti-neuronalen Immunenzephalitis. Wesentlicher Beleg dieser Hypothese wäre der Nachweis klonaler Expansionen im CD8 T-Zell Rezeptor (TCR) Repertoire, sowohl systemisch als auch insbesondere im Zentralnervensystem (ZNS). Diese Charakterisierung der adaptiven CD8 T-Zell Immunantwort bzw. des TCR-Repertoires ist bislang ausstehend und liegt im Fokus dieses Projekts.
Periphere Blutproben von Patienten mit RE sollen hinsichtlich des TCR-Repertoires getrennt für CD4/CD8 auf klonale Distribution bzw. Expansionen untersucht werden.
Korrespondierende ZNS-Gewebe-Proben aus Operations bzw. Biopsiematerial existieren von einigen Patienten. Diese sollen einen Vergleich des TCR Repertoires im ZNS mit
peripherem Blut ermöglichen und so Hinweise auf eine mögliche in situ Expansion der T-Zellen als fokussiert CD8-Immunantwort auf Antigen(e) im Zielorgan geben.
Für die T-Zell-Rezeptor-Analyse wird das Verfahren des Spectratypings verwendet, bei dem die Länge der für die Antigen-Erkennung wichtigsten Region (complementarity determining region 3 = CDR3) über eine Reihe von Polymerasekettenreaktionen (PCR) bestimmt wird und somit eine klonale Expansion von T-Zell-Populationen nachgewiesen werden kann.
Gegenwärtig liegen Proben peripherer mononukleärer Zellen (PBMC) von mehr als 15 Patienten mit dieser seltenen paradigmatischen Erkrankung vor. Die Analyse des TZellrezeptorrepertoires dieser Patienten soll eventuell vorliegende Gemeinsamkeiten aufzeigen und so die Hypothese eines oder weniger gemeinsamer Zielantigene als Auslöser der RE zu überprüfen. Von einigen Patienten sind mehrere Proben, die jeweils im Abstand von circa einem Jahr entnommen wurden, vorhanden. Die Analyse dieser Proben kann zeigen, ob ähnliche T-Zell Klone über Jahre hinweg die Krankheit kennzeichnen oder ob die Klonalität wechselt. Bei einer persistierenden T-Zell Population wäre die Frage nach Phänotyp und Antigen-Spezifität dieser Zellen enorm interessant.
Ziel des Projekts ist damit die immunologische epertoireanalyse von T-Zellen bei der RE. Klonale Expansionen von CD8-T-Zellen werden mit Hilfe des Spectratypings von gut charakterisierten Patientenmaterialien (PBMC sowie ZNS) analysiert. Die Charakterisierung klonaler und korrespondierender CD4 bzw. CD8 Immunantworten bei RE Patienten wäre eine grundlegende Validierung.