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IZKF Projekt A-302

Projekttitel:

Untersuchungen zur pathogenetischen Rolle der Neuroinflammation bei neurodegenerativen Erkrankungen: Möglichkeiten einer Behandlung mit Immunmodulatoren am Beispiel der Spastischen Paraplegie 11

Projektleiter:

Prof. Dr. rer. nat. Rudolf Martini

Neurologische Klinik und Poliklinik 

Prof. Dr. med. Stephan Klebe

Neurologische Klinik und Poliklinik 

Prof. Dr. med. Jens Volkmann

Neurologische Klinik und Poliklinik

Laufzeit:

01.01.2016 - 31.12.2018

Abstract:

Das Projekt beschäftigt sich mit dem möglicherweise pathogenen Einfluss inflammatorischer Reaktionen in einer hereditären neurodegenerativen Erkrankung des Menschen, der Spastischen Paraplegie 11 (SPG11). Die SPG11 präsentiert sich klinisch mit einer progredienter Schwäche und Spastik der unteren Extremitäten, die assoziiert ist mit mentaler Retardierung und einer Polyneuropathie. Bei anderen Formen der spastischen Paraplegie sind des Weiteren cerebelläre Symptome und Retinopathien, bei meist hochvariablem Zeitpunkt des Krankheitsausbruches, beschrieben. Kausale Behandlungsoptionen für die SPG11 existieren nicht. In einem Tiermodell der SPG11 konnten wir Entzündungszellen im ZNS identifizieren; solche Entzündungszellen wurden von uns in anderen neurodegenerativen Modellen als hochgradig Krankheitsverstärkend identifiziert. Im vorliegenden Projekt soll der Einfluss der Entzündungszellen für das SPG11 Modell untersucht werden. Ferner sollen Therapieansätze mit modernen, in der Klinik bereits zugelassenen Immunmodulatoren verfolgt werden, wie auch die Reaktion der Modelle auf systemische Entzündungsvorgänge, ein bekannter Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen. Ganz im Vordergrund des Projektes steht der translationale Ansatz. So werden von erfahrenen, mitantragstellenden Klinikern eine kleine Kohorte von SPG11-Patienten longitudinal hinsichtlich ihrer neurologischen Symptome mit einer 3-D optokinetischen Ganganalyse untersucht. Objektive Hinweise auf eine Neurodegeneration sollen mittels OCT erlangt werden. Entsprechende, nicht-invasive “read-out“-Methoden werden auch bei den Modellmäusen angewandt, um zukünftig validierbare Untersuchungsmethoden für Krankheitsverlauf und Therapierfolg im Falle der SPG11 und verwandter neurodegenerativer Erkrankungen des Menschen zur Verfügung zu haben.