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IZKF Projekt N-262

Projekttitel:

Neurobiologie des Aufmerksamkeitsnetzwerks bei Angst und Angsterkrankungen

Projektleiter:

Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Dr. Susanne Neufang

Klinik und Poliklinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Dr. György Homola

Abteilung für Neuroradiologie

Laufzeit:

01.07.2014 - 30.06.2017

Abstract:

Die Pathogenese von Angsterkrankungen, den häufigsten psychischen Erkrankungen, ist komplex mit einer Interaktion von Umwelt-, psychologischen und genetischen Faktoren, wobei das Zusammenspiel dieser Faktoren und die Mechanismen einer erfolgreichen Therapie noch nicht umfassend verstanden sind. Neuropsychologische Modelle von Angsterkrankungen postulieren, dass Patienten mit Angsterkrankungen im Sinne einer verzerrten Aufmerksamkeit hypervigilant gegenüber Gefahrenreizen sind. Ziel der hier geplanten Studie ist, mittels der Verknüpfung neuropsychologischer Methoden mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), Magnetresonanzspektroskopie (MRS) und Dynamic Causal Modeling (DCM) die Effizienz der verschiedenen Komponenten des Aufmerksamkeitsnetzwerks und deren (Neurotransmitter-abhängiger) neuronaler Korrelate unter Verwendung des Attention Network Tests (ANT) erstmals bei Patienten mit Panikstörung bzw. generalisierter Angststörung und gesunden Kontrollen vergleichend zu untersuchen. Zudem soll die Frage beantwortet werden, ob sich Aufmerksamkeitsprozesse bzw. deren neuronale Korrelate im Verlauf einer therapeutischen Intervention verändern, d.h. ob Komponenten des Aufmerksamkeitsnetzwerks ein neurobiologisches Korrelat des Therapieerfolgs darstellen. Schließlich sollen in einem ‚Imaging (Epi)Genetics‘ Ansatz (epi)genetische Marker identifiziert werden, die einem dysfunktionalen Aufmerksamkeitsnetzwerk zugrundeliegen, den Therapieerfolg prädizieren oder auf epigenetischer Ebene einen neurobiologischen Mechanismus des Therapieerfolgs darstellen. Dies kann neben dem besseren Verständnis der neurobiologischen Mechanismen von Angst dazu beitragen, über prädiktiv verwendbare Biomarker effizientere Präventionsmaßnahmen sowie individuell zugeschnittene therapeutische Interventionen, z.B. über eine gezielte Modulation des Aufmerksamkeitsnetzwerks, einsetzen und damit die Leidenszeit der Patienten verkürzen bzw. gesundheitsökonomische Kosten reduzieren zu können.